Mittwoch, 27. April 2016

Zeit.geschehen

Deutsche Normopathie
Es war heute wieder einer dieser schönen Tage, die es nur im April und Mai gibt. Und das überall aufbrechende Zartgrün scheint eine alljährlich einmalige Wirkung auf die Seele zu haben. 
Als mich heute Morgen Felipe anrief, um anzufragen, ob wir uns im Golfclub treffen könnten, wartete er garnicht erst meine Antwort ab, sondern beendete das kurze Gespräch mit der Bemerkung, daß, wer so wohlgelaunt sei, doch auch gerne kommen würde und im selben Augenblick dachte ich, daß er vollkommen recht habe. Es ist jenes Gefühl, gleich dem Frühlingserwachen, an so einem wunderschönen Tag schon mit einer Heiterkeit aufzuwachen im Bewußtsein seelischer und materieller Unabhängigkeit und ein freies, vernuftgeleitetes Leben führen zu können.
Es mag ja wieder bei Einigen ein empörtes Grollen hervorrufen, doch das angenehme Gefühl der Seele hat auch etwas mit dem Sex zu tun, jenem stets wieder äußerst angenehmen Brückenschlag, beginnend mit der stetigen Reizverstärkung bis hin zur tiefen Entspannung. Dieses sich selbst gemachte Geschenk mündet stets auf´s Neue wieder in einer Lebensvitalität, die es ermöglicht auch Andere daran teilhaben zu lassen.
Bis meine kleine soubrette das Frühstück zusammengestellt hatte, lag ich noch ein wenig mit meinem Buch im Bett. Bei dem Satz: „Der Seelen hohe Würde macht ihre Schönheit aus.“ kam sie, in ihrem kleinen Schwarzen, mit dem Frühstück herein und als ich sie so betrachtete, stellte sich der Gedanke ein wie sehr dieser Satz doch auch auf sie zutrifft und ich fragte sie, ob ihr die Idee gefalle? Da die Überlegung für sie überraschend war, las ich weiter: „Die Schönheit des Körpers kann man als Schönheit der Seele interpretieren und ebenso ist es mit der Schönheit der Tugend. Sie entspricht der Seele und unterliegt nicht den Auflagen eines Sittengesetzes. Es ist die Gesundheit der Seele.“
Ach, sie ist eine belle âme und schien ein wenig verwirrt von diesen Gedanken. Sie meinte, es so etwas dürfe man nicht denken und viele Menschen, denen sie sage, daß sie bei mir arbeite, würden behaupten, daß es unmoralisch sei in diesem Haus zu arbeiten, was ihr schon genug zu schaffen mache.
Es ist stets wieder etwas erschütternd, wenn Menschen der beeinflussenden Moral hilflos gegenüberstehen. So bat ich sie sich noch ein Gedeck zu holen, damit wir gemeinsam frühstücken und uns ein wenig unterhalten könnten.
Viele Menschen suchen und brauchen ja die moralisch, kooperierende Gemeinschaft, da sie ihnen offensichtlich Halt gibt, ebenso wie deren Handlungsanweisungen der gegenseitigen Forderungen, aber diese feinfühlige soubrette ist Vielen voraus. Doch wie erklärt man mit wenigen Worten die Wort- und Inhaltsbeziehungen von Moral und Ethik, die Unterschiede der drei, sich hieraus ergebenden Arten von sozialen Normen und die Bedeutung von Moral?
Es wäre ein Leichtes gewesen auf die deutsche Politik hinzuweisen, denn sie ist heute nur noch Moral bezogen, doch hier beschäftigt man sich nicht mit der Lächerlichkeit der deutschen Politik. 
Am leichtesten schien es, an Hand von Beispielen aufzuzeigen, daß moralische Urteile als moralische Normen stets mit präskriptiven Forderungen und Erwartungen verbunden sind, die, wenn nicht erwartungsgemäß erfüllt, mit Sanktionen verbunden werden. Auch hielten sich die meisten Menschen an die erwarteten moralischen Normen, meist aus Angst, da sie die Bestrafung durch einen Gott fürchteten oder, weil der soziale Druck sehr groß sei, wie z.B. hier im Tessin, oder man schlicht die strafenden Sanktionen fürchtete.
Angst ist kein guter Ratgeber und grundsätzlich gilt auch heute noch Mark Twains Satz: „Immer, wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen.“
Das Läuten des Telefons unterbrach unser Gespräch und Felipe fragte erneut, wann ich denn kommen würde. Alle würden schon warten. Als ich ihm kurz von meinem Versuch berichtete, Moral und deren negative Auswirkungen zu erklären, meinte Felipe, daß der deutsche Moral Dezisionismus ja noch nicht ins Tessin vorgedrungen sei. Mit meiner Zusage zum Lunch in den Club zu kommen beendete ich das Telefonat.
Nachdem unser Gespräch beim gemeinsamen Frühstück nun schon unterbrochen war lud ich sie ein doch mit mir zusammen zu duschen. Es war schön ihr zuzuschauen wie sie ihr kleines Schwarzes auszog und dabei die schönen Brüste mutwillig heraussprangen. Dieser anmutige Körper und sein offenes körperliches Begehren. Es sind diese immer kleiner werdenden Inseln der Privatheit, wie das Bett und das Bad, die durch Glaswände abgetrennte Dusche, in denen keine geschäftlichen, wie öffentlichen Interessen auf dem Spiel stehen.
Hände können schön sein, wie sie auch Wundervolles bewirken können und in diesem Augenblick, unter dem rainshower des warmen Wassers, dachte ich wieder einmal an Platons „Symposion“ und die beiden weitreichenden Thesen, die sich hieraus ergaben. Zum einen ist es Eros, der die Welt zusammenhält, zum zweiten die Fortsetzung des Eros in der Philosophie, wenn auch mit anderen Mitteln.
Das Spiel hätte noch länger dauern können, doch ich wollte pünktlich im Golfclub sein und als wir uns wieder ankleideten meinte meine kleine soubrette noch beiläufig, daß Sex mit Liebe ja sehr schön sei, doch Sex ohne Liebe sei einfach geil.

Es sind nur wenige Minuten von meinem Haus zum Club und an schönen Tagen und bei solch kurzen Strecken hole ich gerne meinen 356er aus der Garage und genieße die Fahrt.
Im Restaurant waren bereits Alle bei Tisch als ich eintraf und schon die Begrüßung in so einer Runde voller Verve ist ein Genuß. Es war angenehm in dieser Gesellschaft, in der das Thema Golf dominierte, aber auch Geschäfte vermittelt wurden und man Damen Respekt und Achtung entgegenbrachte.
Felipe fragte, nachdem ich Platz genommen hatte, sogleich nach, wie erfolgreich ich mit meinen Erklärungen zur Moral gewesen sei, was auch die Neugierde einiger anderer Anwesender weckte, denen Felipe wohl von unserem Telefonat berichtet haben mußte. Während der cameriere die Bestellungen entgegennahm, fragte ich ihn leise, ob das denn ein passendes Thema für diese Gesellschaft und diesen Ort sei, worauf Scott, der zu meiner Linken saß, meinte, daß wir hier ja nicht im „Dolder Golf Club“ seien und das ja kein ernstes Thema sei. Ja, sagte Willis, es ist doch sehr lustig geworden, nachdem in Deutschland der Herr Maas nun die Werbewirtschaft mit der Moral reglementieren und ein "neues, modernes Geschlechterbild" etablieren wolle. Ganz Europa sei schon gespannt auf das moderne Geschlechterbild des sich islamisierenden Deutschlands, warf Eugenio ein und ich verstand eigentlich nicht weshalb ich, die schon seit über 10 Jahren im Tessin lebt, hierzu Stellung nehmen sollte und für die substanzlosen Einbildungen deutscher Politiker nun wirklich keine Verantwortung zu tragen habe.
Die von Minister Maas geplante Modernisierung des Geschlechterbildes, darin waren wir uns alle einig, beinhaltetet ja vorrangig jenes der Frau und dessen islamfreundliche Anpassung. Ein Schampostulat, sozusagen für die Beruhigung der ziellos erregten Organe, der islamischen Männerwelt. Neu ist die Idee ja wirklich nicht, wenn man sich an die Sprühaktionen der österreichischen Frauenbewegung in den 80er Jahren erinnert, als sie die Werbeplakate der Wäschefirma „Palmers“ übersprühten, da sie diese als sexistisch identifizierten.
Die Botschaft eines öffentlichen Plakates, mit dem Bild einer für Sexy Dessous werbenden Frau, kann für einen Islami heute nur bedeuten: “Nimm sie” und es hat die Macht, den Islami dazu zu bringen, “sie” zu “nehmen”. 
Einen Vorgeschmack haben wir ja an Silvester in Köln erlebt. Deutschlands comediantruppe, die eine seriöse Politik ersetzt hat, ist in ihrem Moralismus unerbittlich, sei es zum wiederentdeckten Sexismus, zur Prostitution, wie auch zur Pornographie und fordert die absolute Unterwerfung des Intellekts. Wer anderer Meinung ist wird heute, nach Verwarnung, diffamiert. In demokratischen Staaten würde man die Freiheit der Gedanken und Meinungen hochschätzen.
Zur Zeit ist es in Deutschland ein wenig so wie im Film „Brazil“ von 1985 als Sam Lowry entsetzt ruft: „Scheiße“ und ihm Harry Tuttle antwortet: "Wir stecken alle tief drin, Junge.“
Wir sind hier nicht im „Münsterhof“ in Zürich, doch das Essen entspricht dem Tessiner Geschmack und in dieser netten Runde denkt man unweigerlich an Aristoteles, der schon bemerkte, daß jeder Lust aus der Liebe und der Tafel zieht. Man denke hier nur die vielen antiken Darstellungen. 
Gerard bemerke hierzu daß die Sexualisierung des Essens doch die hohe Schule der Kochkunst sei. Bedenke man nur, daß die Muschel, in Erinnerung an die aus einer Muschel geborene Aphrodite, immer wieder mit einer nackten Frau in Verbindung gebracht wird. Gute Güte, man denke nur einmal wie es sein wird, wenn die autokratische Truppe in Berlin erst einmal entdeckt wieviel Sexismus in den Speisen steckt. Bei den zu erwartenden Folgen, meinte William, werden wir Britten wieder einmal Recht behalten, wenn wir die Deutschen erneut  „Krauts“ nennen.
Und würde jener Herr Maas das Buch „La Cucina Siciliana“ kennen, so wäre zu erwarten, daß dieses wenig später im Index Librorum Prohibitorum gelistet wäre.
Durch die Folgen der substanzlosen Einbildungen von Merkel, Maas u.ä. wird offensichtlich eine bewährte Kultur aufgelöst zu Gunsten herbeigerufener Islamis, deren geistige Entwicklung in nicht beherrschbaren, visuellen - sexuell konnotierten - Wahrnehmungs-prozessen, seit Jahrhunderten stagniert.
Nach dem unterhaltsamen Essen war es Zeit nach Draußen zu gehen und so folgten mehrere Stunden unter der Frühlingssonne, bei Golf und einigen Gesprächen, die hier nicht öffentlich werden sollen. 
Auf der Rückfahrt zu meinem Haus freute ich mich auf meine kleine soubrette, die „schöne Seele“. Und ich dachte an Wieland, den großen deutschen Dichter, der das Konzept der „schönen Seele“ auch auf Hetären und „gefallene“ Jungfrauen ausdehnte.
Es gab noch einiges vorzubereiten, denn am späteren Abend würden noch einige Gäste zu einem Kamingespräch kommen. Der cateringservice stand schon vor dem Haus als ich ankam und die Kleine mich ganz aufgeregt empfing und fragte, wann wir unsere morgendliche Unterhaltung fortsetzen könnten.
Wie Sie sich vorstellen können hatte ich, bei all den noch zu treffenden Vorbereitungen, nun wirklich keine Zeit das Gespräch fortzusetzen, doch sagte ich ihr sie möge sich recht hübsch machen für unsere Gäste, denn „Ein schöner Leib verspricht auch eine schöne Seele“. Der Gedanke ist nicht von mir, sondern auch von dem hochgeschätzten Wieland. 

Und zum Schluß noch ein Gedicht:
Sonett XX

A woman's face with nature's own hand painted,
Hast thou, the master mistress of my passion;
A woman's gentle heart, but not acquainted
With shifting change, as is false women's fashion:
An eye more bright than theirs, less false in rolling,
Gilding the object whereupon it gazeth;
A man in hue all hues in his controlling,
Which steals men's eyes and women's souls amazeth.
And for a woman wert thou first created;
Till Nature, as she wrought thee, fell a-doting,
And by addition me of thee defeated,
By adding one thing to my purpose nothing.
But since she prick'd thee out for women's pleasure,
Mine be thy love and thy love's use their treasure.
                                                  William Shakespeare


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