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Ephemere

The art of giving

Mitten im Winter öffnen sich in den feuchten Wäldern des Tessins an den Osthängen  kleine gelbe Blüten, die der Schlüsselblumen. Der Frühling soll wohl nicht mehr all zu fern sein. Aber in letzter Zeit waren Herzen angesagt. Blumen, Schokolade, Kuchen und sogar Salziges, Sushi, zeigten sich herzig. In schwarzen Plastikherzen aalten sich die kleinen lachsfarbenen- weiß-schwarzen  Häppchen. Alles, was Herz hatte ließ sich in diesen Tagen an Mann und Frau bringen. Dabei ist das herzförmige Symbol garnicht so harmlos, wie es daherkommt. Wer ein Mindestmaß an Phantasie überschreitet bleibt nicht bei der historischen Betrachtung von Feigen- und Efeublatt, als Sinnbild für die Langlebigkeit der  Herzensbindung haften, da spielt die pure Geschlechtlichkeit in Form und Farbe hübsch mit.

Leon ließ sich wohl auch davon inspirieren; er rief vor ein paar Tagen an, um mir zu erzählen, daß er mit seiner neuen Freundin ein Wochenende im Tessin verbringen will und fragte mich, ob ich nicht bei der éducation érotique, die er seinen jungen Freundin angedeihen lassen will, wohl mittätig sein könnte; er würde so gerne mit ihr die Erfahrung einer partie à trois teilen und sie damit überraschen. Oh, Leon teilt so gerne! 

Im Hotel Eden Roc wollte er mit ihr, Emille, unvergeßliche, romantische Momente verbringen, bei candle light dinner, Champagner, einer gemeinsamen Massage im SPA und am nächsten Tag mit einem ausgedehntem Frühstück im Bett und später Abfahrt. 


Das  Eden Roc ist in Ascona unmittelbar am Lago Maggiore gelegen mit Strand und einer kleinen Palmengruppe direkt am Pool, die einem ja doch das Gefühl gibt sich etwas weiter im Süden zu befinden, verbunden mit dem gehobenen Schweizer Service, der eben nur hier anzufinden ist. 

Ich verbinde angenehme Erinnerungen mit dem Eden Roc, insbesondere wenn man zu mitternächtlicher Stunde den Pool im Außenbereich fast für sich alleine hat und nur noch das Rauschen des Wassers aus der großen, breiten Strahlanlage hört, sich dem Wasserschwall hingebend darunter selbst genügt. Da ist der Kellner in Livre - man selbst fast nackt - der den Cocktaildrink bringt leicht zu überhören und sein plötzliches Erscheinen hatte mich schon, wie soll ich sagen, in eine höchst ambivalente Situation gebracht. 

Tagsüber fällt die Lage des Hotels auf: Ringsherum ist mehr oder weniger entfesselte Natur und in der Hotelanlage wird Natürliches inszeniert: das klare Wasser des Pools, überall im Haus die hübschen Blütenarrangements, die unterschiedlichen Düfte in den diversen Räumen. So empfand ich den Kontrast zwischen ungezähmter und kultivierter Natürlichkeit sehr intensiv.


Wenn es nicht gerade regnet, kann ich vom Balkon meines Hauses nach Ascona zum Eden Rock sehen, doch die Fahrt mit dem Auto dauert bei 50km und den hier vorherrschenden Straßenverhältnissen gut eine Stunde, wenn es keinen Stau gibt.

Leon, ganz akkurater private banker, hatte die Situation gut geplant und schon alles arrangiert, so daß es nur noch auf mich ankam, ob sich sein rosa-rotes Wochenende so verwirklichen würde wie er es im Kopf hatte. Ich sagte ihm zu im Laufe des Abends zu ihnen zu kommen. 

Seit meinem Paris Aufenthalt war nur Organisatorisches angesagt gewesen, dem ich mich, wenn möglich lieber entziehe, so daß ich mich gerne vom "Nachmittagstraum eines Fauns" von Stéphane Mallarmé habe bezaubern lassen, diesem französischen Schriftsteller, der als Vertreter des Symbolismus betrachtet wird und in Zusammenhang mit Rimbaud zu nennen ist. "Die Kühnheit, das Leben in der Form der Literatur zu genießen, ist doch zumindest so revolutionär und mindestens so schwierig wie die so maßlos bewunderte, die der ältere Rimbaud ihr vorzog aus irgendwelchen Gründen.“

Ja, das Fascinosum von Literatur setzt auch manchmal meine Realität außer Kraft: "Erinnerungen helft, o Nymphen, schwellen mir! ", und so tauchten auch immer wieder die Bilder von Paris auf: die weich fallenden Stoffe jener Schöpfungen von Armani, die uns Frau als Gesamterscheinung in den Mittelpunkt stellen. Wenn ich die Stoffgestaltungen ansehe weiß ich genau wie gut sie sich am Körper anfühlen, wie eine zweite Haut mit dieser ganz besonderen Verbindung zur eigenen Persönlichkeit.

Ja, Paris, das war auch die attraktive Lucie; sie trug eines jener Teilchen, dem man mit kundigem Blick ansieht von welcher Herkunft es ist, das gedeckte Armani Grau als Anzughose mit einer taillierten, kurzen Jacke, deren Blickfang die leichten Trompetenärmel waren und Hände wie Handgelenke inszenierten. Wie ich später mit großem Vergnügen sehen durfte paßte zu der nach Außen getragenen inneren Haltung auch ihre ganz persönliche Modifikation: Lucie hatte sich ihren hübschen Körper so veredeln lassen, daß sie mit ihrer neuen baby pussy alle Blicke auf sich zog, die mit einer charmant plazierten Goldkugel in Form eines piercings ihre Vollendung erhielt, was so manches spielerisches Engagement von mir und den anderen provozierte.

Solche kleinen FGCS wie die von Lucie, dieses bewußte Sich-Hinausbegeben über den natürlichen Verfall sind jene ganz persönlichen Unternehmungen, die die Differenz zwischen körperlich und leiblich verwischen und den Ritt der Sinne veredeln. 
Ich kann das bestätigen. Und die damit verbundenen genußreichen Dinge und Anlässe vergißt man eben nicht, wenn man sich mit ihnen identifizieren kann.

Maurice hatte Lucie auf der show getroffen, spontan in unseren kleinen Kreis mitgebracht und wie sich herausstellte war sie mit ihrem Aussehen, das ihre arabische Herkunft verriet nicht nur ein Symbol für Schönheit und Überfluß des normalen Lebens, sondern auch eine angenehme, intelligente Gesprächspartnerin aufgrund ihrer interessanten Arbeit bei der UNO.

Und dann waren da immer wieder die Bilder vom ausgedehnten Spaziergang im Jardin des Tuileries, der mir nach den eindrücklichen Gefühlsregungen wieder Ruhe gab und mich an den schönen Barberinischen Faun denken ließ, in dessen steinernem, harten Schoß ich gerne einmal an einem heißen Sommertag zum Erliegen kommen würde, dort wo die Schönheit träumt.......

"Sie solln mir dauern, diese Nymphen. 
Wie so licht 
ihr leichtes Rosenrot die Luft durchschwebt,
die dicht gedrängtem Schlaf erliegt!
Galt einem Traum mein Lieben?"

Nun sollte ich Leon und Emille nach ihrem romantischen Abendessen zu später Stunde  im SPA des Hotels treffen, ein netter Rahmen für eine sinnliche Begegnung.

In der Hotellobby wurde ich freundlich empfangen und auf Nachfragen erklärte man mir den Weg zu den Umkleidekabinen. Sie waren geräumig, genug Platz mit ansprechender Beleuchtung, um im Spiegel einem wohltuenden Check für die kommenden Momente nachzugehen. Ich war ein schöner Anblick und fühlte mich auch so. Die runden Brüste mit den kleinen Schmuckstücken fordern mich immer wieder heraus sie zu berühren, mich  zu vergewissern, daß der Kontrast von hartem Edelmetall und weicher, warmer Haut überraschend und betörend ist - auch für mich. Das Bikinioberteil, das sie bedecken sollten war gerade groß genug, um den allgemeinen Gepflogenheiten zu entsprechen und dennoch  für weitergehende Phantasien vielversprechend genug, wenn sich meine stolzen Brustknospen darunter abzeichneten. Wäre es nach mir gegangen hätte ich zum Baden garnichts getragen - wear nothing but your beauty.

Andererseits ist ja das Spiel von Verhüllung und Nacktheit auch sehr reizvoll. Ein überraschter, neugieriger, begehrlicher Männerblick macht gute Gefühle und gab schon manchem Tag seine wollüstige Note.

Ähnlich verhielt es auch mit all den Kleidungsstücken, die den Nabel abwärts bedecken. Der Bikinislip verbarg zwar auch hier wieder meine persönlichen Schmuckstücke, hatte aber den netten Effekt nicht nur vorne einen reizvollen Schritt abzuzeichnen, sondern auch den Po vorteilhaft zu betonen, indem er ihn brazilian like nur wenig bedeckte. Wie man doch mit drei so kleinen Stoffdreiecken gesellschaftstauglich wird und welche Wirkung sie an einem schönen Körper erzielen können! 

In diesem Moment fragte ich mich, ob ich mir mein scharfes Brötchen nicht konturieren lassen sollte, um es noch besser zur Geltung zu bringen? Alle körperlichen Optimierungen verbesserten meine Beziehung zum Körper, dienten meiner Selbstbeglückung, und schließlich dienen sie mir den Genuß des eigenen Körpers zu einer Kunstform zu erheben.
Oder doch vielleicht lieber die Modellierung des Venushügels?  
Jetzt war kein Moment so eine Entscheidung zu treffen und ich ging voller Wohlbefinden durch die Gänge in die weiteren Räume mit den verschiedenen Wasserbecken, Ruhezonen und beauty Räumen Emille und Leon aufsuchend.


Bei meiner Ankunft waren die beiden schon im Naß. Als ich zu ihnen in den Pool stieg ließ ich mich gerne von Leons bewundernden Blicken verwöhnen; Blicke, die Emille nicht entgingen und die nicht nur meinem Bikini in Nadelstreifenoptik galten.
Wir wissen alle, daß für die Frau lustbringende Situationen viel kontextabhänger sind als für den Mann und daher legte ich mich zu den beiden auf die Liege ins sprudelnde Wasser und ließ mir zuerst von Emille in aller Ausführlichkeit die Besonderheiten des Abendessens schildern, das ganz im Zeichen des "piacere del sud" stand. All das klang ein wenig schrill und überdreht, da sie offenbar so ein vorzügliches Essen in solchem Ambiente noch nicht so oft erlebt hatte; zugleich war sie begeistert und vor allem voller Bewunderung für Leon, der ihr das ermöglicht hatte.

Emille, sah in ihrer Jugendlichkeit hübsch aus, für mich ein bißchen zu jung, um der reifen, trockenen Bankernatur von Leon ebenbürtig begegnen zu können, aber ohne Zweifel  würde sie seinem Verlangen nach guter Außenwirkung gerecht: ihre schlanke Figur steckte in einem aparten Bikini von Missoni mit dem bunten, unverkennbaren Streifenmuster, der sich naß delikat um ihre kleinen boobs legte und die darunterliegenden Brustspitzen fein abzeichnete.
Ihre langen braunen Haaren locker zu einem Konten hochgebunden umrahmten ein freundliches, wenn auch manchmal ein wenig verunsichert wirkendes Gesicht, was zu Leons Äußerung paßte, der mich am Telefon gebeten hatte achtsam mit ihr zu sein, da sie unserem Treffen noch ein wenig befangen gegenüberstehen würde. Sie kannten sich noch nicht so lange, so daß ihr solche Wochenenden noch nicht so geläufig waren.

Es war der Beginn für einen lockeren Abend im Feuchten mit Emille als "chicca", der zärtlich italienischen Liebkosung als Schmuckstück, die um den Hals jene Kette mit dem zierlichen Tiffany Herz in Roségold trug, welche auch schon ihre Vorgängerin zierte. 

Der Abend galt ihr und sollte ihr eine besondere Erfahrung schenken. So lagen wir noch eine Zeit lang scherzend, einander unterhaltend und Intimität andeutend, im Wasser und genossen die Wasser- und Lichterwelt in behaglicher Wärme.

Auf dem Weg zum Zimmer suchte Emille meine Nähe und fragte, ob sie sich bei mir in der Kabine umziehen dürfe, um sich vom nassen Bikini zu trennen und stattdessen etwas Hübsches anzulegen, ihre extra für den Anlaß ausgewählte rote Wäsche mit einer langen Bluse darüber und wie konnte es anderes sein, roten Schuhen. Ihre Antwort auf mein erstauntes Gesicht war, daß sie mir gerne noch etwas erzählen wolle. Im gemeinsam geteilten Zimmerchen sagte sie mir dann, daß sie zu Anfang ein wenig Bammel vor dem Wochenende mit Leon und mir gehabt hätte, vor allen Dingen vor mir, da ihr Leon schon von mir erzählt und sie sich vorgestellt hatte, daß sie mich nicht mögen würde, weil, naja, weil ich ja schon mit Leon intim gewesen wäre, was sie gestört hätte. Aber jetzt sei es garnicht so; ich würde ihr gefallen und sie fände mich sympathisch. Eine Liebenswürdigkeit, die ich ihr gerne erwiderte.
Dann beschäftigten wir uns damit uns noch ein bißchen zurecht zu machen und Make up aufzulegen. Dabei fielen mir zum ersten Mal ihren Piercings in der Nase auf, jene beiden kleinen Straßsteinchen, die den Nasenflügel zierten und der kleine Goldring durch die Nasenscheidewand. 


Als wäre Emille ähnlichen Gedanken gefolgt befragte sie mich nach meinen Erfahrungen mit meinen FGCS, die für sie völlig außerhalb ihrer Vorstellung liegen würden. Nur schon die kleinen Piercings in der Nase hätten das für sie annehmbare Maß von Schmerz erfüllt, wie sie mit ihrem derzeitigen Aussehen und ihrer Figur auch so zufrieden sei, daß sie sich größere Veränderungen für sich nicht vorstellen könnte. Obwohl sie zugeben müßte, daß ihr meine boobs gefallen würden, zumal sie auch noch verziert wären.

Ich stimmte ihr zu und bestätigte sie darin, daß es auch bei mir eine Zeit gegeben hätte, in der ich mir keine Gedanken über Modifizierungen gemacht hätte. Aber irgendwann hätte sich der Wunsch eingestellt mich auch auf der körperlichen Ebene zu gestalten wie es im Geistigen selbstverständlich ist, da man sich Literatur und andere Quellen von Kultur ja auch selbst auswählt. Für mich sei es eine ganz bewußte und willentliche Entscheidung zur Veränderung gewesen, die ich als Ausdruck meiner Individualisierung betrachte, der Beginn eines anhaltenden Prozeßes vom Gesellschaftskörper zum Privatkörper. Der Gedanke rief bei ihr Erstaunen hervor; so hatte sie ihre Piercings, die ja eigentlich auch schon dazugehörten, und boobs, die sich ihre Freudinnen machen ließen, noch nie gesehen. Damit war das Thema für sie zu Ende und sie schien mir fast ein wenig aus Betroffenheit zu schweigen.

Einig waren wir uns über Leon, daß er in Anbetracht seiner für uns beide trocken und nüchtern erscheinenden Berufstätigkeit im Bett eine unerwartete Einfühlsamkeit zeigen konnte, die besonders Emille, mit ihrem Sinn für Romantik an ihm so schätzte. So sah sie auch das Wochenende, das ein Geschenk für sie sein sollte, als ein großzügiges Zeichen seiner Zuneigung zu ihr, obwohl sie ja nur einmal kurz davon gesprochen hatte, daß sie gerne einmal ein Liebeswochenende mit ihm im Süden verbringen wollte, das nicht wie mit ihren bisherigen Freunden in einer Ferienwohnung am Meer stattfinden sollte. 

Nachdem wir angekleidet und geschminkt waren gingen wir gemeinsam, vorbei an der Rezeption, wo man uns mit geneigtem Blick anlächelte und uns einen angenehmen Abend wünschte, auf´s Zimmer dort, wo Leon mit CK-Slip und Bademantel bereits im Lounge chair sitzend die unterschiedlichen Programme im TV absuchte.

Ich trug für den kurzen Weg eines meiner kleinen Schwarzen, das mit nur einem einzigen Knopf im Nacken gehalten wird, so daß meine schwarze lingerie, nebst bas de soi schnell und unkompliziert zur Geltung kommen konnten. Und für die kühlen Momente zwischendurch diente mir eine jener besonderen Kreationen eines Kaschmirblazers in dem lässig, edlem dunkelgrau, das ich so liebe und, erst kürzlich in Paris erworben, selbstverständlich gleich tragen wollte.

Mit emotionaler Logik hatte ich beschlossen den beiden zu ihrem Liebeswochenende ein kleines Präsent zukommen zu lassen: der roomservice hatte die Rosenblätter bereits überall im Zimmer und auf dem Bett verteilt als Emille und ich es betraten. Leon war bei seiner Ankunft auch ganz überrascht gewesen als er überall das bunte Blätterwerk von rubinrot bis korallenrot changierend auf dem schwarzgrundigen Teppich liegen sah und vor allem die bunten Tupfer auf der cremig schimmernden Bettwäsche waren für die beiden ein wirklich romantischer Anblick. 

Die rot gemusterten Vorhänge waren zur Seite geschoben und gaben jetzt durch die große raumhohe Fensterfront den Blick in die fast schwarze Nacht frei. Der See lag als nackte, eisblaue Scheibe im Dunkel. Sanfte nachtschwarze Hügel umrahmten ihn. Dörfer, Autos und Straßen durchzogen sie wie Lichterketten und machten sie lebendig. Boote lagen als Scherenschnitt am Steg, dürftig beleuchtet in grün und weiß. Emille und ich standen einen beschaulichen Moment schweigend nebeneinander den Blick auf die Kulisse aufnehmend. 

Sie schien mir  ein wenig nervös, was mich anrührte, da ihre körperliche Anspannung genau das, was als Geschenk für sie gedacht, ihre Freuden beeinträchtigen würde.

Ich legte den Arm um sie, streichelte ihren schlanken Hals, ihre Wangen und einander immer noch im Stillen verbunden, öffnete ich nach einiger Zeit Knopf für Knopf ihre Bluse und erfreute mich des Anblicks als sich ihre roten Spitzen zeigten, die unter dem Stoff hervortraten und ihre jugendliche Silhouette zu sehen war.

Küssend und liebkosend näherten wir uns dem Rosenbett wohin auch Leon dazukam, um sich unserem vergnüglichen Spiel anzuschließen, dem er von seinem Sessel aus zugesehen hatte ohne seine TV- Bemühungen weiter zu verfolgen. Noch bevor er sich vollends zu uns zu legte, fragten wir ihn, ob er uns ganz ohne Erfrischung sein lassen wollte, was zu übersehen so garnicht zu ihm paßte und wohl der aufregenden Situation geschuldet war.

Leons Blick in die Minibar und Emilles Reaktion auf seine Aufzählung der Getränke veranlaßte ihn den Roomservice anzurufen, um Champagner und ein paar kleine appetizer zu bestellen.

Es klopfte leise an der Türe. Mit einer dezenten Begrüßung schob der Zimmerservice den Wagen mit den gewünschten Gaumenfreuden herein und zeigte sich von dem ihm gebotenen Anblick ein wenig überrascht: zwei attraktive Frauenkörper in Rosen gebettet, einer nackt, der andere en petite tenue, verstreut am Boden liegende Pumps, Wäsche und Kleidungsstücke, sowie einen Leon mit nur einem Handtuch um die Hüften, der ihm die Türe öffnete. 

Den passenden Augenblick nutzend bat ich die Servicekraft um technische Hilfe, die mit wenigen Handgriffen und ebenso routiniert eine Verbindung von meinem Macbook zum TV herstellte, womit wir unser persönliches Programm zur visuellen Stimulation und Akzentuierung der Stimmung  ansehen konnten. Für Emille hatte ich "Andrew Blake" eingepackt und für Leon "Mandingo"; sie konnten wählen. Der garçon verabschiedete sich mit einem ebenso vielsagendem wie diskretem Lächeln. In einem anderen Augenblick wäre es durchaus eine Bereicherung gewesen, wenn er sich unseren Vergnüglichkeiten angeschlossen hätte.

Währenddessen lag Emille regungslos und erstarrt auf dem Bett, Hände auf Brüste und Scham - im wahrhaftigsten Sinn -, um sich den Blicken des gerufenen Eindringlings zu entziehen. 

Nach der kurzen Unterbrechung setzten wir endlich alle drei unsere in der Wärme des Wassers begonnene Entspannung fort und wandten unsere Aufmerksamkeit der entblätterten Emille zu, die auf dem Bett zwischen den Rosenblättern wie eine Skulptur aussah: herrlich winterblasse Haut, das noch von Feuchtigkeit durchtränkte glatte, lange Haar, das sich an den Körper anlegte, die dunkelroten Lippen, kräftig und prall zu einem Schmollmund geformt und kleine, feste Brüste, unter denen sich der Bauch wölbte, gerade nicht zuviel.

Für mich versinnbildlichte der Anblick die augenblicklich einzigartige Fügung aller natürlichen Reize, welche sich momentan ohne größere biographische Spuren in einem romantischem Körper vereinten, der sich in vorsichtiger Experimentierfreudigkeit an erste Grenzüberschreitungen wagte und in Leon einen materiell großzügigen Begleiter hatte, der es auch verstand ihre Wünsche zu verwirklichen und bisweilen in seinem Sinn zu transformieren.

Leon zeigte sich ganz hingerissen vom Anblick seiner Kleinen, was er mit Komplimenten unterstrich und, wie er gestand, daß es ihn jedes Mal überwältigte und erregte, wenn er sie in ihrer natürlichen Jugendlichkeit zu sehen bekam, was nur schon aufgrund ihrer beiden getrennten Wohnungen nicht jeden Tag der Fall war. 

Dabei knöpfte er meine spärliche Bekleidung auf und genoß es über die eine Frau zu sprechen und dabei die andere zu berühren, um sich dann Emille wieder zuzuwenden, indem er ihren Körper mit zahlreichen Küssen bedeckte und nach und nach fanden wir alle Gefallen an dem flow der gegenseitigen Berauschung mit all unseren Sinnen bis jeder das bekam, was er wollte, insbesondere Emile.

Als ich zu früher Morgenstunde aufbrach lagen die beiden Romantiker noch im Bett. Sie werden morgens bei einem Langschläferfrühstück den Panoramablick auf See und Berge ohne mich genießen oder sich auf der Terrasse in der milden Sonne des Südens wärmen, erwartbar ungezwungen im leger bequemen Freizeitlook.















Im Foyer wurde mir als Geste der besonderen Erkenntlichkeit im Namen von Leon ein Rosenbouquet mit darin befindlichem Umschlag überreicht. Der Wohlgeruch der Rosen sollte im Laufe der Fahrt das gesamte Taxi einnehmen, was bei der Benz Limousine samt aufgedrehter Heizung keine große Kunst war. Der Fahrer legte sie erstaunlich vorsichtig auf die Rückbank neben mich und ich war froh hinten zu sitzen können. Es war kalt und ich kuschelte mich in meinen Kaschmirmantel, müde, körperschwer und in Gedanken noch einmal meinem Körper nachspürend, wo sich die Erinnerung an die vergangenen Stunden gerade besonders gut anfühlte. Hatte ich meine lingerie liegen gelassen? Unter dem Kleid war nichts davon zu spüren, also sollte sie in der kleinen Handtasche sein, nein, jetzt kein Nachschauen.

Ich bat den Fahrer, ein Italiener, was meist im Verhaltensensemble erkennbar ist, die Heizung im Auto noch etwas höher zu stellen. Das mochte den Blumen nicht bekommen, aber mir. So ist es immer, wenn ich müde bin, dann will es mir einfach nicht warm werden oder vielleicht ist es ja auch ein bißchen so: "Post coitum omne animal triste est,........."?

Hoffentlich hatte meine süße soubrette zuhause nicht vergessen sich um das Kaminfeuer zu kümmern und erwartet mich schon, um mir die Wanne für ein warmes Bad einzulassen. Sie würde kurz meinen Schritt berühren, wie sie es gerne macht, verbunden mit einem gewagten Kichern, um den Duft des nächtlichen Abenteuers einzuatmen, bevor er sich in dem des Badezusatzes auflöst. 

Nach der annehmlichen, sich in die Länge ziehenden Autofahrt stand ich endlich vor meiner Haustüre. Der Taxifahrer war so freundlich mir den Blumenstrauß, nebst meine baise-en-ville ins Haus zu tragen und wäre sicher auch noch gerne länger geblieben als nur für den kurzen Espresso im Stehen, der für all die notwendigen Gelegenheiten immer schnell in der Nähe des entrée bereitstand.

Endlich zuhause, stieg ich zugegebenermaßen etwas energielos die 42 Stufen in den II. Stock hinauf, direkt ins Badezimmer, wo mir mein Hausmädchen schweigsam - sie kennt mich in solchen Momenten - das Schaumbad einließ und ich kurz meiner Müdigkeit nachgab, um mich dann vor dem wärmenden Kaminfeuer mit einer Tasse Caffè wiederzufinden.

So wie sich die Wolken auflösten und der Sonne Platz machten stellten sich auch ein paar Gedanken zur zurückliegenden Nacht ein, die hauptsächlich mit den Lüsten, aber auch mit dem Schenken und der Liebe zu tun hatte.

Beides ist schön. Und schwierig. Aber auch freudvoll machbar.
Für die Liebe den Patron der Liebenden, Valentin von Terni heranzuziehen, der zugleich auch für solche Krankheitszustände wie Epilepsie angerufen wurde, eröffnet kaum Horizonte, die über das Alltagsmaß hinausgehen.
Da schwingen Zuneigung, Gefühl, Hingabe, Beziehung, Sex, Familie, Heirat mit und je nach Zeitepoche unterschiedliche Motivlagen und Hintergründe, ein Gemenge an Bedeutungsvielfalt.
Bei konzentrierter Betrachtung der klassischen Liebe, jener Konstellation zweier Liebender, wie eben bei Emille und Leon, eröffnen sich mindestens zwei Dimensionen, die zwischen freiheitlicher Selbstgestaltung und gewollter Selbsterweiterung, jener selbst auferlegten Freiheitsbegrenzung, die dem immer wieder auf´s Neue füreinander und zueinander Entscheiden, innewohnt.
Sie verleihen dem Liebesgeschehen seine individuelle Dynamik und Ästhetik.

Jean-Paul Sartre hat dazu wunderbar geschrieben: "Anderseits kann er (der Liebende) sich aber auch nicht mit jener erhabenen Form von Freiheit zufrieden geben, die eine ungezwungene und freiwillige Verpflichtung ist. Wer würde sich mit einer Liebe begnügen, die sich als reine, dem Vertrauen geschworene Treue darbietet? Wem wäre es recht, wenn er hören müßte: Ich liebe Dich, weil ich mich freiwillig verpflichtet habe, dich zu lieben, und weil ich mein Wort nicht brechen will; ich liebe dich aus Treue zu mir selbst?" Wenn das Emille von ihrem Leon gehört hätte, was würde sie wohl dazu gedacht haben?


Eine ähnliche Ambiguität unterstelle ich auch beim Schenken, wo sich die Frage nach den schillernden Motiven stellt, sei es auf der Geber- oder auf der Nehmerseite. Die reziproken Verpflichtungen sind schwierig zu durchschauen, noch anstrengender handzuhaben und vielleicht bleibt es am erfreulichsten, wenn man kauft, das bekommt man häufig billiger als ein Geschenk.

Ich kuschelte noch ein wenig vor dem Kaminfeuer, solange mein Hausmädchen damit beschäftigt war meine lingerie im kleinen Gepäck zu suchen. Tatsächlich dauerte es nicht lange und sie streckte mir triumphierend die kleinen Teilchen entgegen. Während sie sich in den Wohlgeruch der winzigen Stoffstücke träumte, bat sie sich aus nähere Details des Lustabenteuers der Nacht von mir zu erfahren, und wollte wissen von wem die Rosen sind, und….



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