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ZEIT.geschehen

Luxury, Feuer, Feuerwerk und andere Brandstifter

„Von den Dingen, die man benötigt, kann man nicht mehr als eine bestimmte Menge verbrauchen, für den Luxus hingegen gibt es keine Grenzen.“ (Leo N. Tolstoi)

Wenn man so die Wahl hat ist es nicht einfach den kleinen Koffer zu packen und mir scheint, je kürzer die Reise, um so schwieriger wird es. Vor einiger Zeit hatte ich das Vergnügen die Bekanntschaft mit einem Gentleman aus Saint-Imier zu machen, welcher dort eine jener kleinen Manufakturen besitzt, in denen die kleinen Kunstwerke angefertigt werden, die einem helfen können sich zeitlich zu orientieren, aber doch vordergründig das Handgelenk zieren.

Stéphane rief mich, einige Tage nachdem ich mein neues Schmuckstück bei ihm erworben hatte, an und fragte mich, ob wir Silvester gemeinsam verbringen wollen. Und so packe ich nun meinen kleinen Koffer, um morgen in Zürich zu sein. Er hat mir ein Zimmer reservieren lassen im Baur au Lac, obwohl ich dort vermutlich nur meinen Koffer hinaufbringen lasse. Am Abend beginnt im Petit Palais die Silvesterfeier und es wird wieder zauberhaft sein. Ein 7-Gänge Gourmet-Menu im Restaurant Pavillon ist auf der Einladung angekündigt, und gute Güte, ich stand vorhin auf der Waage, ich werde mich kasteien müssen. Doch von Laurent Eperon lasse ich mich stets wieder verführen.


Der Luxus hochwertiger Zutaten, das handwerkliche Können, wie der perfekte Service in einem stimmigen Ambiente ergeben eine Restaurantphilosophie, in der man sich nur wohlfühlen kann. Ich sehe das ja als meinen sinnenden Luxus.

Da draußen wird es ja immer ein wenig problematisch, wenn man unvorsichtigerweise das Wort „Luxus“ äußert, was wohl damit zusammenhängen mag, daß die Menschen eine regelrecht fanatische Freude an der Durchsetzung einer „Gleichmacherei“ zu haben scheinen, so quasi als gesellschaftlicher Idealzustand für ihren persönlichen Lebensanspruch.

Na ja, viele Menschen leben lieber in ihrer bürgerlichen Welt, in welcher sie sich, in ständiger Selbstermahnung der Losung verschrieben haben, daß wenn alle Hoffnung scheitert, sie doch im Schoße der Familie und der Naturbetrachtung ihr großes Glück und ihre persönliche Zufriedenheit finden.

Ich persönlich habe da ein klein wenig andere Ansprüche an mein Leben und hege keine Abneigung zu dem, was man mit Luxus verbindet. Luxus ist doch nur das: „Überflüssige, das über des Lebens Notdurft und Notwendigkeit demonstrativ hinausführt“. Das sagte schon Graf von Krockow. Aber viele Menschen ziehen es offenbar vor Luxus negativ zu bewerten, als etwas bei welchem, aus ihrer Sicht und Lebensführung, das rechte Maß im sinnlichen Genuß überschritten wird, glauben oft Ausschweifungen, Üppigkeit, maßlose Verschwendung, wie ungerechtfertigten materiellen Besitz erkennen zu können, obwohl die Meisten von ihnen keinerlei Zugang zu unseren gated communities haben.
So aus meiner ganz persönlichen Erfahrung kann ich sagen, daß sehr oft das Wort Luxus mit Wollust oder gar Ausschweifung verwechselt wird. Schockschwerenot.

Ich denke, wenn man so ein wenig zurückschaut in der Geschichte, begründen Viele ihre Ablehnung mit Luther, der seine Lehre darauf aufbaute, daß der Mensch ein Leben in Arbeit und Gebet führen soll, damit er nicht sündige, so ganz im Gegensatz zur Antike, in der die Kultivierung der Muße erstrebenswert war.
Eine Pastorentochter und ein Pastor aus Luthers Landen machen ja jetzt in Deutschland mit ihrem religiösen Hintergrund so etwas, was ihre Entourage als Politik verkauft.

Doch gerade in diesen Zeiten halte ich es mit Graf von Krockow. Denn Luxus ist ein Symbol, das sichtbar macht, „dass der Mensch trotz allem sich über die Demütigungen und Unsicherheiten seiner Existenz zu erheben vermag.“

Aber morgen im Baur au Lac wird das sicher keine Thema für uns sein, denn uns geht es weniger darum in der Welt zu existieren, sondern sich vielmehr in dieser mit Stil wohl zu fühlen.
Und bei allen „Gleichmachereibemühungen“ der Massen, ein klein wenig Luxus wollen sie auch haben. Zum Beispiel so ein iPhone. Sie halten den hohen Preis ihres Smartphone für berechtigt in Aussicht auf den Gewinnzuwachs ihres Ansehens bei ihren Freunden und Kollegen, doch, wie so oft übersehen sie, daß es sich bei ihrer kleinteiligen Teilnahme am globalisierten Einkaufsluxus, nicht mehr um Luxus im klassischen Sinne handelt, sondern vielmehr um Massenware.

So ist es auch, wenn morgen Millionen wieder ihr Kleinfeuerwerk entzünden werden. Na ja, man ist ja auch nicht für die permanente Aufklärung dieser Menschen zuständig.

Es ist angenehm hier vor dem offenen Kaminfeuer seinen Gedanken nachzuhängen, verbunden mit der Vorfreude auf das große Feuerwerk morgen am Limmat.

So ein Feuerwerk, so ein Richtiges, ist ja immer schön anzuschauen, obwohl ich doch auch immer wieder einen kleinen Schreck bekomme, wenn es mit einem lauten Knall, sich zu seiner vollen Schönheit am Himmel entfaltet.
Doch gleichgültig, ob so ein Kaminfeuer, ein Sonnwendfeuer, oder morgen das Silvesterfeuerwerk in Zürich, richtig genießen kann man es nur in dem jeweils entsprechendem Abstand.

Das, was man in Deutschland Politik nennt, beschäftigt sich ja auch immer wieder mit dem Feuer, na, eigentlich mehr mit denen, von welchen man gerade glaubt, daß sie es entzünden.

Vor wenigen Tagen, am 26.12.2015, konnte ich in der Online Ausgabe der FAZ lesen: Frank-Walter Steinmeier:„Geistige Brandstifter machen sich mitschuldig“.

Geistige Brandstifter.... so eine Aussage macht schon Stimmung.

In meiner geistigen Welt ist dieser Begriff vollkommen fremd und so habe ich bei Wikipedia einmal nachgeschaut: „Brandstiftung“ und „Brandstifter“ werden als negativ konnotierte politische Schlagworte in den Zusammensetzungen „geistige Brandstiftung“/„geistiger Brandstifter“ oder „verbale Brandstiftung“/„verbaler Brandstifter“ auch metaphorisch verwendet. Einer so bezeichneten Person/Personengruppe oder entsprechend einer Aussage/Verhaltensweise wird dadurch unterstellt, dass sie einen sozialen oder politischen „Brand“ lege.

Am 03.03.2011 schrieb Bettina Röhl bei facebook auch über geistige Brandstiftung: „Der SPIEGEL betreibt geistige Brandstiftung wider die Pressefreiheit“ und am 12.11.2015 war es Beatrix von Storch, die unter „http://quer-denken.tv“ sagte: „Geistige Brandstiftung an der Schaubühne in Berlin!“ zum dort aufgeführten Stück:“fear“.

Wenn ich mich noch recht erinnere gab es vor längerer Zeit bereits eine andere heftige Diskussion zum Thema: „Geistige Brandstifter“.

In Bezug auf die negativen Seiten der Willkommensstrategie für Islamis haben die politischen Entscheidungsträger offensichtlich mit der „freien Presse“ eine Art gesellschaftlichen Schweigekonsens beschlossen und, wer es wagt vorsichtig Kritik zu üben, wird in diesen Tagen schnell als „geistiger Brandstifter“ gebrandmarkt.

Stattdessen werden die Medien - wohl im Regierungsauftrag - nicht müde die Vorteile der Einladungspolitik dieser Frau für Araber anzupreisen, wie billiges Obst auf dem Markt, von der die mecklenburg - vorpommerische Marktschreierin
schon weiß, daß es von Innen heraus bereits zu faulen begonnen hat.

Es ist wohl diese billige Verkaufsstrategie der Regierung, wie die der von ihr abhängigen Medien, die mich an die Auseinandersetzung von Martin Walsers Rede erinnert.

„Manchmal, wenn ich nirgends mehr hinschauen kann, ohne von einer Beschuldigung attackiert zu werden, muß ich mir zu meiner Entlastung einreden, in den Medien sei auch eine Routine des Beschuldigens entstanden. Von den schlimmsten Filmsequenzen aus Konzentrationslagern habe ich bestimmt schon zwanzigmal weggeschaut. Kein ernstzunehmender Mensch leugnet Auschwitz; kein noch zurechnungsfähiger Mensch deutelt an der Grauenhaftigkeit von Auschwitz herum; wenn mir aber jeden Tag in den Medien diese Vergangenheit vorgehalten wird, merke ich, daß sich in mir etwas gegen diese Dauerpräsentation unserer Schande wehrt. Anstatt dankbar zu sein für die unaufhörliche Präsentation unserer Schande, fange ich an wegzuschauen. Wenn ich merke, daß sich in mir etwas dagegen wehrt, versuche ich, die Vorhaltung unserer Schande auf Motive hin abzuhören und bin fast froh, wenn ich glaube, entdecken zu können, daß öfter nicht mehr das Gedenken, das Nichtvergessendürfen das Motiv ist, sondern die Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken. Immer guten Zwecken, ehrenwerten. Aber doch Instrumentalisierung.“

Der Zentralrat der Juden warf Walser “geistige Brandstiftung“ vor.

Bei der gegenwärtigen Dauerpräsentation der Islaminvasion in den gleichgeschalteten, deutschen Medien bedarf es lediglich Martin Walsers Rede tagesaktuell umzuschreiben. Die Instrumentalisierung von der Walser sprach, bleibt.

Ignatz Bubis hatte die Größe den Vorwurf später zurückzunehmen, die ein Frank-Walter Steinmeier vermutlich nicht besitzen wird. Und sind nicht die „Steinmeiers“ heute die intellectual arsonists? Werden nicht in Erinnerung an Max Frisch die "Biedermänner" zu Brandstiftern?


Wie oben schon beschrieben ist Luxus ist ein Symbol, das sichtbar macht, „dass der Mensch trotz allem sich über die Demütigungen und Unsicherheiten seiner Existenz zu erheben vermag.“

Auch über den gegenwärtigen politischen Schwachsinn.
Na dann, bis morgen im Baur au Lac beim Silvesterball.


Kommentare

  1. Chapeau, Madame! Diese Suada hätte auch von Don Alphonso geschrieben sein können ... Nein, hätte sie nicht. Ich fürchte nur, Sie werden die Masse der der Pastorentochter Folgenden damit nie erreichen ...
    Herzlichst, A.C.

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  2. Vielen Dank für Ihre Zeilen, lieber Al Caraffo.

    So als Femme du monde wäre ein Vergleich mit dem „Großen Don Alphonso“ wirklich anmassend und wollen wir doch vermeiden.
    Ein jeder versucht es so nach seiner Art, (aber ein Glas Champagner würde schon gerne einmal mit ihm trinken.)

    Ob ich die Anhänger der Pastorentochter erreiche oder nicht ist doch sekundär, und ich bin auch von keinerlei Missionsauftrag beseelt, da habe ich wirklich Freudigeres zu tun.
    Sie können meine Gedanken gerne als eine Art meiner persönlichen Seelenhygiene betrachten. Mit meinen Gedanken hier ist es vielleicht so wie es mit dem Silvesterfeuerwerk in Zürich war. Es knallte, die Raketen stiegen hoch und verschwanden im Nebel. Aber die Stimmung war vorzüglich!
    Seien Sie herzlich gegrüßt
    ObjectBe

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