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ZEIT.geschehen

Veranstaltung im Heckentheater oder Verlangen nach Sicherheit

'Oh, was war das wieder eine Nacht!" Ich bin etwas später aufgestanden, habe mir gerade mein Frühstück vom charmanten Hotelpagen bringen lassen und meine Zeitungen gelesen.
Gestern Abend war wieder ein wundervolles Konzert im Schloss Mirabell, hier in Salzburg. Es ist Kultur für Ohr und Seele, nach dem doch etwas lärmendem Spaß in den Tagen des Oktoberfestes.
Ich erzählte ja davon wie ich mich mit meinen Freundinnen auf dem Oktoberfest amüsierte. Dabei haben wir selbstverständlich auch über unsere Sicherheit gesprochen. Sie sollte ja in dem neuen Prostitutionsgesetz auf ganz besondere Weise bedacht werden, aber unter den neuen Umständen…
Ja, für meine Sicherheit habe ich stets selber Sorge tragen müssen und dies wird sich in Zukunft auch nicht ändern. Das ist unter anderem die Kehrseite dessen, daß ich von mir behaupten darf: Ich bin privilegiert.

Die Sorge um die Sicherheit betrifft mehr all die Damen, die den bescheiden strukturierten Islamis ausgesetzt sein werden werden.
Da, befürchte ich, wird viel Schlimmes geschehen!
Unsereins war stets sich selber überlassen, was ein stets neues, der Lage angepaßtes Gestalten erfordert.
So aus meiner Perspektive gesehen, sollte Politik ja auch ein freudiges Gestalten sein, doch dies ist, vor allem in Deutschland zu einem puren Verwalten von Krisen verkümmert. Doch selbst dieses ist der Politik heute entglitten.
Herr Sloterdijk sprach vor einigen Tagen von einer "Palliativpolitik".
Ich sorge mich da weniger um mich als um meine Heimat. Auch, wenn ich viel unterwegs bin, so liebe ich "mein" Deutschland. Die Kultur.
Eigentlich gilt meine Beunruhigung mehr meinen Freundinnen und all den liebenswerten kultivierten Menschen in diesem Land, die nicht einfach in einen Flieger steigen können, sondern montags wieder zur Arbeit gehen, Frau, Kinder und oft Schulden bei der Bank haben, die sie abarbeiten müssen.
Sie alle, die Sie diesem Mop ausgesetzt sein werden. Die sich in ihrer Arbeitsstelle vermehrt Gedanken um sich selbst machen werden, oder die Männer, die ihre Frau beim Einkaufen wissen und die dabei angepöbelt wird. Sie, die sie sich um ihre Kinder sorgen, wenn sie in der Schule auf unterstem Niveau unterrichtet und damit in eine nach Rückwärts ausgerichtete Zukunft entlassen werden.
Ich möchte hier lieber nicht weiter schreiben, um mich nicht all zu sehr zu gefährden.
Herr de Maizière sagte neulich: "Gerade im Internet in geschlossenen Gruppen, in denen sich die Menschen gegenseitig in ihren Ansichten bestätigen und aufstacheln, glauben die Menschen dann auch noch, sie würden die Meinung einer schweigenden Mehrheit zum Ausdruck bringen..."
Inzwischen werden auch seriöse Orte der Meinungsbekundung sicher auch als ein solcher Hort des Übels von Herrn de Maizière angesehen und ich befürchte schon, daß in naher Zukunft mit Repressalien in irgendeiner Form zu rechnen ist.
Ich muß jetzt meine Koffer packen. Heute Nachmittag geht´s zum Flugplatz.
Ich wünsche meinen Freundinnen und allen anderen hier eine bessere Zukunft, die sich wirklich verdient und schon längst erarbeitet haben.

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