Donnerstag, 20. Juli 2017

ZEIT.geschehen

Der Tod eines Routers in der noch angstfreien Sonnenstube der Schweiz
            
Im Tessin, der Sonnenstube der Schweiz, hat nicht nur in der Kantonsregierung die Lega dei Ticinesi das Sagen, sondern es ist manchmal wirklich sonniger und wärmer als nördlich der Alpen und da die politischen, wie gesellschaftlichen Veränderungen, wie die sich etablierende, gewalttätige Tabuverletzung durch angelockte Islamis und Afrikaner, gerade in Deutschland, einen doch vernunftgeleitet etwas Abstand nehmen lassen, bin ich jetzt wieder häufiger hier.

Das sonnige Wetter der vergangenen Wochen ließ die Temperaturen auch nachts kaum unter 20 Grad fallen, doch es war sehr angenehm, da die beiden großen Glastüren zu den Balkonen geöffnet waren und stets ein leichter Windhauch durch meinen Schlafraum zog und die Haut schmeichelnd kühlte.

Doch irgendwann werden diese sommerlichen Tage oft rüde beendet und so war es auch in der Nacht vom Samstag (24.Juni) zum Sonntag als einige heftige, von Italien kommende Gewitter, obwohl sie nicht direkt über dem kleinen Ort hier tobten, diese schönen Sommerwochen, beendeten.

Im Grunde wäre eine solch natürliche Wetterveränderung überhaupt nicht erwähnenswert, wenn sie nicht mit einer sich seit Jahren wiederholenden, stets gleichen Unannehmlichkeit, verbunden wäre.

Nachdem die Gewitter in einem wunderschönen Schauspiel entlang des Lago Maggiore und des Lago di Lugano weiter nach Norden gezogen sind, ging wieder einmal das Telefon nicht, wie auch der Internetzugang unterbrochen war.

In früheren Jahren führte dies stets zu einer gewissen Aufregung, wie Beunruhigung durch eine atmosphärische Spannungsentladung eines Gewitters, plötzlich wieder auf sich „zurückgeworfen“ zu werden und zu bemerken, welch lächerlichen Stellenwert man dem Internet und dem Telefon eingeräumt hat. Doch immerhin sind die Kosten hierfür ja auch kein Taschengeld. 

Hier im Ort gibt es ja keine öffentliche Telefonzelle mehr, da man den Kauf eines Handys so quasi als gesellschaftliche Verpflichtung etablieren konnte. Wer mich nur ein wenig kennt weiß jedoch genau, daß die Anschaffung eines solchen Gerätes für die Volksüberwachung und Aufgabe meiner Privatsphäre nie stattfinden wird.

«J'appelle Ange, celui qui porte la Lumière.»


Freitag, 12. Mai 2017

Ephemere

work in progress 

Ich weiß, die letzten Wochen habe ich nichts geschrieben, zumindest nicht hier. Nicht, weil es nichts zu erzählen gegeben hätte. Doch einmal im Jahr reduziere ich meine Verpflichtungen ein wenig und fahre über einige Wochen täglich knapp über 30 km Richtung Süden in die Provinz Como und bin bei sehr lieben Menschen, oberhalb des Comer Sees, als Exerzitientin, nach dem Motto "tantum quantum",  in alten und vor allem ehrwürdigen Mauern, zu Gast für lange Gespräche über Gott und die Welt.

Ich kann es ja gut verstehen und nachfühlen, wenn Sie jetzt damit ein Problem haben sich das vorzustellen.

Hier, am Nordufer des Comer Sees ist noch alles in Ordnung und es sind keine Warnschilder wie "Attenti al carne" notwendig, so wie drüben am anderen Ufer des Sees, bei Adriano, der ja von der Polizei der ganzen Stadt geschützt werden muß.


In diesen Tagen hatte ich sehr lange Gespräche mit einem dort lebenden, langjährigem Freund in seiner Habitgemeinschaft. Zuletzt unterhielten wir uns über den Inhalt von "La discreta pecadora, o ejemplo de doncellas recogidas" von Paloma Dfas-Mas, über das gescheiterte Experiment der Opferung der Keuschheit. Aber davon erzähle ich Ihnen vielleicht ein anderes Mal.

Einmal abgesehen von der geistigen Katharsis nahm ich gerne die Gelegenheit war in diesen Tagen, die schon von frühlingshafter Wärme erfüllt waren, in den späten Nachmittagsstunden mein warmes Badezimmer aufzusuchen, das durch die Magie des Sonnenlichts bis in den frühen Abend hinein in ein freundliches Goldgelb getaucht, zu einem besonderen Ort der Erholung wird. 

«J'appelle Ange, celui qui porte la Lumière.»


Sonntag, 4. Dezember 2016

Ephemere


DIVERSITAS DELECTAT!

Heute war wunderbares Herbstwetter, während wir durch die weitläufigen Parkanlagen abseits der Hauptwege unter den strengen, geradlinigen  Baumreihen gingen. In der Ferne stiegen schon langsam die Nebel über dem Wasser auf und vermischten sich mit dem Dämmerlicht des zu Ende gehenden Tages. Die Füße raschelten sich durch die herabgefallenen bunten Blätterhaufen, die ich manchmal absichtlich aufsuchte, was ich mir erlaubte, da ich heute meine HighHeels trug, so daß ich mir bei dem kleinen kindlichen Spiel gegen das Aufkommen von novemberlicher Tristesse keine feuchten Füße holte. Es war das vertraute Geräusch aus den Kindertagen, das ich dabei hören wollte.

Dorians Füße knirschten im Kies und er fragte mich, ob er sich dabei seine Ledersohlen ruinieren würde, was ich ihm nur bestätigen konnte, da ich sein Problem auch oft teile.

Unser Fußweg durch die weitläufige Parklandschaft war sua sponte und zog sich wider Erwarten in die Länge, so daß uns beim Gehen allmählich kalt wurde. Der fein gestrickte Kaschmirrollkragen von Dorian war zu dünn, um der herbstlichen Kühle des Nordens ausreichend Widerstand zu bieten und der helle Trenchcoat ohne Winterfutter war zu leicht, trotz des Jacketts,das er darunter trug.

Mir waren die kalten, grauen Herbsttage nördlich der Alpen noch sehr vertraut und ich wußte was mich erwarten würde als mir meine soubrette das kleine Gepäck für die amouröse Reise packte. Sie fragte mich noch, ob ich sie nicht lieber wegen der absehbar niedrigen Temperaturen eines meiner Complets einpacken sollte. Aber ich erwiderte ihr, ob sie sich vorstellen könnte, welches Bild ich abgeben würde zu einem Dinner und dem damit verbundenen plaisir des sens im Anzug zu erscheinen, noch dazu in solch glanzvollen, historischen Räumlichkeiten, in denen die Damen von einst im Reifrock lustwandelten?

Daher hatte ich mich für mein tief schwarzes Kleid mit passendem Mantel entschieden, das für mich Eleganz mit entspanntem Charme ausstrahlt und gut dorthin passen würde. Aber trotz der, wie mir scheint, lebhaften Erinnerungen an den kalt feuchten Herbst im Norden, bin ich jedes Mal dann doch überrascht die klamme Kühle an genau jenem sensiblen Stück zwischen Mantelsaum und Schuh, das nur fein bedeckt ist, besonders intensiv zu empfinden.

Vielleicht hätten wir uns doch den anderen anschließen sollen? Sie hatten eine Kutsche gemietet und fuhren damit zum Schlösschen, dieser zauberhaften Stätte innerhalb des ausgedehnten Parks gelegen, das für besondere Anlässe anzumieten war, nebst Personal. 

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